Wetterstation in     CH-9246 Niederbüren

Hintere Büelstrasse 20

Archiv 2016

Wetterrückblick 2015 

Insgesamt betrachtet war das Jahr 2015 deutlich zu warm. Nur wenige Monate brachten ein Temperaturdefizit. Die vergangenen zwölf Monate waren auch deutlich zu trocken, konnte doch nur etwa 80 Prozent der üblichen Niederschlagssumme gemessen werden. Obwohl an der Wetterstation zZt. die Sonnenscheindauer noch nicht gemessen wird, schien die Sonne gefühlsmässig mehr als üblich.

Statistische Werte:

Die Temperatur erreichte im Jahresmittel plus 9.9 Grad (10.0), was deutlich zu warm war. Der Jahreshöchstwert von plus 34.7 Grad (33.4) wurde am 4. und am 5. Juli gemessen. Die tiefste Temperatur betrug am 2. Januar minus 8.9 Grad (-13.3).

Im abgelaufenen Jahr konnten 23 Hitzetage (6), und 31 Sommertage (22) gezählt werden. Frosttage wurden 85 (64) und Eistage 6 (3) registriert.

Die Luftfeuchtigkeit ergab den Mittelwert von 77 % (77%). Den Höchstwert wies der Dezember mit 92% und den Tiefstwert der Juli mit 68% auf.

Die Niederschlagssumme war deutlich zu tief und ergab lediglich 944 mm (1133 mm). Weniger Niederschlag wurde in der Messreihe 1998-2015 nur noch 2003 mit 897 mm aufgezeichnet. Die grösste Niederschlagsmenge brachte der Juni mit 130 mm und die geringste der Dezember mit 16 mm.

Die Neuschnee-Menge betrug etwa 93 cm (94 cm). Eine messbare Schneedecke lag während 30 Tagen (9). Die höchste Schneedecke wurde am 1. Januar mit 38 cm (50 cm) gemessen, wobei es sich jedoch um Altschnee von 2014 handelte.

Gewittertätigkeit konnte an 19 Tagen (14) beobachtet werden. Graupelschauer wurden an 2 Tagen (6) registriert.

Der Luftdruck erreichte ein Mittel von 1018 hPa (1015 hPa). Das Maximum und gleichzeitig der Stationsrekord mit 1041 hPa (1038) wurde am 9. Dezember verzeichnet. Der Tiefstwert von 976 hPa (991), ebenfalls ein Rekord in der Messreihe, wurde am 30. Januar gemessen (in Klammer Werte von 2014).

 

 Dezember 2015

Wie bereits die Monate zuvor war auch der Dezember 2015 deutlich zu warm. Obwohl in unserer Region die Nächte regelmässig Temperaturen unter dem Gefrierpunkt brachten, zeigte das Monatsmittel dennoch plus 2.4 Grad. Kurz vor Weihnachten erreichte die Temperatur am 23. mit plus 13.6 Grad den Höchstwert. Am 29. Dezember wurde das Minimum mit minus 5.4 Grad registriert. Der abgelaufene Monat brachte 22 Frosttage (min. unter 0 Grad). Eistage (ganztags unter 0 Grad) konnten nicht verzeichnet werden.

Die Luftfeuchtigkeit ergab das Mittel von 92 %.

Der Dezember war erneut sehr trocken. Die spärlichen Niederschläge ergaben ein Total von lediglich 16 mm/Liter. Es war der sechste Monat in Folge, welcher ein deutliches Niederschlagsdefizit verzeichnete. Seit Messbeginn 1998 war an der Wetterstation kein Dezember niederschlagsärmer. Schneefall gab es im Dezember keinen.

Der Luftdruck verharrte während des gesamten Monates im oberen Bereich der Skala. Der Mittelwert erreichte rekordverdächtige 1029 hPa in einem in der Regel eher von tiefem Druck bestimmten Monat. Am 9. Dezember wurde mit 1041 hPa gar der Stationsrekord aufgezeichnet. Tiefen Luftdruck brachte der Dezember nicht und so erreichte das Minimum am 13. immer noch 1022 hPa (02.01.2016).

 

 

Massiver Wintereinbruch vor einem Jahr

Während zum Ausklang des Jahres 2015 weiterhin frühlingshafte Temperaturen mit viel Sonnenschein dominieren, gab es genau vor einem Jahr einen kräftigen Wintereinbruch. Nachdem die ersten beiden Weihnachtstage ebenfalls noch sehr mild ausgefallen waren, brachte eine Nordwestströmung ab dem 26. Dezember immer kältere und auch sehr feuchte Luftmassen mit sich. Dabei fielen ab dem Stephanstag bis zum Silvester auch im Flachland grosse Schneemengen. Bei immer kälteren Temperaturen wurde auch Niederbüren 'grosszügig' beschneit. So konnte am Silvestermorgen eine stattliche Schneehöhe von 50 cm gemessen werden, was seit Messbeginn 1998 noch nicht der Fall gewesen war. Leider hielt die weisse Pracht nicht lange - eine massive Erwärmung setzte dem Schnee stark zu und so blieben am 4. Januar 2015 lediglich noch Schneereste übrig (25.12.2015).

                                             Weierholz bei Niederbüren 30.12.2014

                                            Niederbüren Hintere Büelstrasse am 30.12.2014

                                  Niederbüren Hintere Büelstrasse am 31.12.2014

 

Luftdruck auf Rekordniveau

Im Einflussbereich einer umfangreichen Hochdruckzone, welche von Spanien bis zum Balkan reichte, konnte am 9. Dezember an der Wetterstation Niederbüren ein neuer Stationsrekord (Messwerte seit 1998) registriert werden. Der Luftdruck stieg auf 1041 hPa und übertraf damit den Höchstwert vom 18. Februar 2015 (1040 hPa). Einen interessanten Beitrag dazu gibt es bei Meteo Schweiz unter dem angefügten Link (12.12.2015).

http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/aktuell/meteoschweiz-blog.subpage.html/de/data/blogs/2015/12/rekordhoch-zita-im-anmarsch.html

 

November war viel zu warm und zu trocken

Der November war während zwei Dritteln viel zu warm und ergab das rekordverdächtige Monatsmittel von plus 7 Grad. Erst ab dem 20. gingen die Temperaturen deutlich zurück und drückten so den Schnitt von plus 9.2 Grad noch deutlich nach unten. Der Höchstwert von plus 20.3 Grad wurde am 9. November gemessen. Am 24. betrug der Tiefstwert minus 4.2 Grad. Insgesamt wurden 5 Frosttage verzeichnet. Den ersten Luftfrost (2 Meter über Boden) gab es am 22. November.

Die Luftfeuchtigkeit ergab im Mittel 82 %.

Die Niederschlagssumme war erneut deutlich zu gering und erreichte nur dank den Starkniederschlägen vom 20./21. immerhin noch 66 Milimeter. In weiten Teilen der Schweiz fiel noch deutlich weniger Niederschlag. Dabei waren das Tessin, weite Teile Graubündens und Gebiete im Wallis praktisch ohne nennenswerte Niederschläge.

An der Wetterstation Niederbüren konnte am 28. kurzzeitig eine dünne Schneedecke von 3 cm gemessen werden. Total gingen etwa 7 cm der Niederschläge in Form von Schnee nieder.

Der Luftdruck erreichte das Mittel von 1021 hPa. Den Höchststand von 1031 hPa erreichte der Druck am 14. und den Tiefststand von 995 hPa am 21. des Monates (01.12.2015).

 

                                                         Abendhimmel bei Niederbüren

 

Wetterumstellung brachte ergiebigen Regen

Eine sehr aktive Front am Südrand eines mächtigen Tiefdruckgebietes über Skandinavien brachte ab dem Freitag (20.) verbreitet intensive und lokal ergiebige Niederschläge. Dabei fielen an der Wetterstation Niederbüren bis zum frühen Samstagmorgen total 53 mm Regen. Am Freitag selber konnten 43 mm gemessen werden. Letztmals konnten in Niederbüren am 14. Juni mit 27 mm grösserer Niederschlagsmengen gemessen werden. Die Summen waren auf engem Raum zum Teil sehr unterschiedlich. So konnten im gleichen Zeitraum in der Region Wil - Sirnach über 70 mm verzeichnet werden. Im Toggenburg fielen ebenfalls grosse Mengen und so war der rasante Anstieg der Thur nicht verwunderlich. Der Pegel in Halden stieg vom Rinnsal  auf über 500 m3 an.

Eindrücklich zeigte sich der Frontdurchgang am Freitagabend zwischen 2000 und 2100 Uhr:

 

                                                   Quelle: www.meteoradar.ch

 

                                            Thur bei Bischofszell am 21. November

 

Auch eine massive Abkühlung folgte dem Wetterwechsel und so konnte am Sonntag (22.) der erste Hauch von Winter 2015/2016 in der Region wahrgenommen werden. Gleichentags konnte um 2030 Uhr der erste Luftfrost (2 Meter über Boden) registriert werden (22.11.2015). 

 

Grundlegende Wetterumstellung in Sicht

Nach wochenlanger viel zu warmer und sehr trockener Witterung folgt nach den aktuellen Modellen in den nächsten Tagen eine grundlegende Wetterumstellung. Regen und Schneeschauer bis ins Flachland sind ab dem Wochenende möglich.   

Bislang war der Herbst an der Wetterstation Niederbüren im langjährigen Vergleich (Sept-Okt-Nov) deutlich zu trocken. Nur gerade 117 mm Niederschlag konnte gemessen werden. Auch der Herbst 2014 war mit 194 mm relativ trocken. Ziemlich nass fielen hingegen der Herbst 2013 mit 348 mm und der Herbst 2012 mit 357 mm aus. 2011 jedoch war der Herbst mit 169 mm Niederschlag ebenfalls ziemlich trocken. Der November blieb damals gar gänzlich niederschlagsfrei. Bleibt abzuwarten, wie die kommenden Niederschläge das vorhandene Defizit 2015 noch etwas abschwächen können. Aber es war nicht nur zu trocken, insbesondere der November war bis zum 19. deutlich zu warm. Der Monatsmittelwert betrug bis zu diesem Zeitpunkt plus 9.2 Grad. Normal wären in unserer Region für den gesamten November etwa plus 4 Grad. Bereits der November 2014 war deutlich zu mild und zeigte ein Monatsmittel von plus 6.0 Grad (19.11.2015).

 

November weiterhin wenig winterlich

Der Winter bleibt auch im weiteren Verlauf des Novembers aufgrund der vorliegenden Wettermodelle in weiter Ferne. Am Montag konnte zwischen 14 und 15 Uhr in Niederbüren der Höchstwert von plus 20.3 Grad gemessen werden. Seit Messbeginn 1998 konnte zu diesem Zeitpunkt noch kein höherer Wert verzeichnet werden. In den nächsten Tagen dürfte es nicht mehr ganz so warm werden, jedoch bleibt die ungewöhnliche trockene Witterung vermutlich weiterhin vorherrschend (10.11.2015).

 

Regenmesser-Heizung installiert

Rechtzeitig vor dem nahenden Winter konnte die geplante Anschaffung der Regenmesser-Heizung umgesetzt werden. Die Installation im Regenmesser der Wetterstation erfolgte dank der klaren Anleitung sehr einfach. Für die Stromzufuhr aus dem Haus wurde im Rasen ein kleiner schmaler Graben ausgehoben und anschliessend ein Leerrohr eingelegt. Das Einziehen des Kabels verlief problemlos und so konnte der Graben bereits wieder zugeschüttet werden. Die Heizung ist nun also einsatzbereit und der erste Schneefall kann kommen (22.10.2015).

 

Technik im Regenmesser

                                                  Installierte Technik im Regenmesser

 

Muotathal: Dem Wetter auf der Spur

Am ersten Oktoberwochenende begaben sich vier wilde Kerle aus dem Quartier der ‚Niederbürer Wetterstation‘ ganz nach hinten ins Muotathal. Dort wurde bei der Husky Lodge ein heimeliges Hüttli bezogen.

Nach einer kurzen Wanderung am Fusse des Pragelpasses und einem feinen Nachtessen in der Husky Lodge (sehr empfehlenswert) folgte der eigentliche Höhepunkt des Abends. 

Mit Peter Suter erwartete uns ein Vortrag eines Muotathaler Wetterschmöckers – Mitglied der Innerschwyzer Wetterpropheten.

Man kann von diesem Verein mit seinen Exponenten (einzelne sitzen im Ameisenhaufen und essen Schnee….) halten was man will, aber Peter Suter genannt der Sandstrahler hat uns mit seinem Wissen nachhaltig beeindruckt.

Der mittlerweile 88-jährige drahtige Mann lebt und liebt die Natur. Mit Humor und viel Erfahrung brachte er uns die Grundlagen seiner Prognosen näher.

In Zukunft werden wir dem Treiben der Ameisen, aber auch den Spinnen, dem Wind und vielen weiteren Entwicklungen in der Natur mehr Beachtung schenken.

Ob es uns dabei gelingen wird, eine taugliche Wetterprognose daraus zu erstellen, ist natürlich eine andere Sache. Interessant waren die Ausführungen von Peter Suter auf jeden Fall.

Eine Prognose für den bevorstehenden Winter wollte/durfte er noch nicht veröffentlichen, da die Wetterschmöcker am 30. Oktober gemeinsam tagen und ihre Aussichten der breiten Oeffentlichkeit vorstellen werden.

Eine Tendenz liess er sich dann aber doch noch entlocken, aber wir haben uns zum Schweigen verpflichtet (04.10.2015)!

 

 

Neuer Wetterradar auf dem Weissfluhgipfel

Die Fertigstellung des Wetterradars auf dem Weissfluhgipfel oberhalb von Davos schreitet weiter voran. Mit einem spektakulären Transportflug wurde die Radarkuppel montiert.

Die Installation auf fast 3‘000m ü. M. des zweiten neuen und insgesamt fünften Wetterradars von MeteoSchweiz auf dem Weissfluhgipfel oberhalb von Davos ist in der Endphase. In den vergangenen Tagen wurden die wichtigsten Wetterradarteile wie beispielsweise die Radarantenne und die Schutzhülle (Radom) per Helikopter präzise angebracht und montiert. Solche Montagearbeiten und Transportflüge sind äusserst anspruchsvoll. Alle Arbeiten sind erfolgreich verlaufen, sodass die jetzige Planung davon ausgeht, dass ab Oktober die Systeme getestet werden. Dies ist zwingend bevor der Wetterradar in Betrieb genommen werden kann.

Der Bau des fünften Wetterradars ist Teil der Erneuerung und Erweiterung des Schweizer Wetterradars (Projekt Rad4Alp). Die Unwetterwarnungen und Prognosen im inneralpinen Raum werden damit stark verbessert.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf unserer Homepage unter:

Quelle:

http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/mess-und-prognosesysteme/atmosphaere/radarnetz.html