Wetterstation in     CH-9246 Niederbüren

Hintere Büelstrasse 20

Wettergeschichtliches bis zur eigenen Wetterstation

 Wetter findet draussen statt und nur draussen kann Wetter ‚richtig‘ erlebt werden. Schon in jungen Jahren fand ich unser Wetter spannend und abwechslungsreich. Die Jahreszeiten, wie sie in unserer Region derzeit noch mehr oder weniger stattfinden, haben alle ihren Reiz.

Klirrende Kälte im Winter (leider immer seltener) tut der Natur gut, lockt aber auch mich ins Freie zum Joggen oder zum Biken. Falls dann noch Schnee liegt, kann regional sogar dem Langlauf-Sport nachgegangen werden. 

Kommt dann der Frühling, geht es rund ums Haus im Garten los und auch die Zweiräder werden mit Muskelkraft wieder vermehrt bewegt. Ein kräftiger Frühlingsregen und ein Gewitter dazu, bringen so richtig die Vorfreude auf den Sommer.

Ist dieser mal da, stören auch ein paar richtig heisse Tag nicht. Es gibt dann kaum etwas spannen-deres, als ein kräftiges Gewitter mit tollen Blitzen und intensivem Regen.

Auch der Herbst hat seinen Reiz mit Nebel und Hochneben (in meiner Region normal). Dauert diese Wetterlage nicht endlos an, eine sehr abwechslungsreiche Jahreszeit, wenn dann auch noch die ersten Herbststürme kommen.

Eine eigene private Wetterstation war eigentlich schon seit langem ein Ziel. Doch in einer Mietwohnung im zweiten Stockwerk mitten in einem stark überbauten Gebiet machte dies aus meiner Sicht keinen grossen Sinn. Zwar wurden Messwerte mittels Max/Min Thermometer und dem Landi-Regenmesser erfasst. Da die Werte auf dem Balkon gemessen wurden, waren diese jedoch wenig relevant.

Temperatursensor hinter dem Kaninchenstall

Mit dem Umzug nach Niederbüren eröffneten sich jedoch neue Perspektiven und so machte ich mich auf die Suche nach einer einfachen Wetterstation. Da das Budget nicht ganz unerheblich war, gab es zu dieser Zeit (1998) noch keine grosse Auswahl an Stationen. Im Internet war damals noch gar nichts zu finden und daher war Conrad AG ziemlich die einzige Firma, welche Wetterstationen für einen vernünftigen Preis anbot. Ich erwarb dann für stolze 800 Franken eine WS 7000. Diese bestand aus einer Basisstation, einem Regen-/Wind-/Temperatur-(aussen-innen) -Sensor und einem Interface zur Übermittlung der Daten an den PC.

 

Während ein Standort für den Regen- und den Windmesser weniger problematisch war, gestaltete sich die Platzierung des Temperatursensors nicht ganz einfach. Dieser war ja nicht belüftet und ein Ort ohne jegliche Sonneneinstrahlung oder andere störende Einflüsse war kaum zu finden. Die beschränkte Reichweite des Funksignales schränkte zusätzlich ein. Schlussendlich verschwand der Sensor hinter dem Kaninchenstall auf der Nordseite knapp einen Meter über dem Grasboden.

 

Nicht WMO-Konform wurden so fortan die Wetterdaten erfasst und für mich passte dies soweit. Das Auslesen der Daten am PC via Interface klappte nicht schlecht, jedoch gab es regelmässig Ausfälle in der Aufzeichnung. Bei einem Hagelereignis im Jahre 2005 wurde der Windmesser getroffen und beschädigt. Ersatzteile gab es nicht und so musste dieser für 200 Franken ersetzt werden. Da infolge baulicher Veränderungen im Garten der ‚Chüngelstall‘ weichen musste, stellte sich wieder die Frage, wohin mit dem Temperatursensor. Da keine sinnvolle Lösung gefunden werden konnte, plante ich den Bau einer einfachen Wetterhütte. Die Skizze dazu erstellte meine Frau (weil sie es einfach besser kann) und so stand einer Umsetzung nichts mehr im Wege. Der Holzzuschnitt erfolgte beim Schreiner im Dorf, die Farbe besorgte meine Frau und die Scharniere und der Griff kam aus dem Baumarkt. Bis auf den Einbau der Lamellen ging eigentlich alles ganz gut und schlussendlich entstand eine gefreute Hütte mit einem haltbaren weissen Anstrich.

Wetterhütte Marke Eigenbau

Der Standort im Garten war auch schnell lokalisiert und ein Bekannter aus der Nachbarschaft besorgte einen soliden verzinkten Ständer für die Hütte. Wiederum ein toller Nachbar besorgte den Beton und weitere nützliche Dinge und so konnte nach kurzer Zeit die Wetterhütte in Betrieb genom-men werden.

Stabiles Fundament

Da ich falsche Daten infolge von Strahlungswärme minimieren wollte, installierte ich in der Hütte einen Lüfter. Dieser wurde über eine Solarzelle angetrieben, was einwandfrei funktionierte.

Wetterhütte im Einsatz

Schon bald gelangte die Solarzelle am Temperatursensor als Folge der fehlenden Sonneneinstrah-lung an ihre Grenze. Ein kompetenter und tüftlerischer Arbeitskollege konnte dieses Problem mit einer externen Zelle lösen und ermöglichte damit wieder reibungslosen Empfang und Uebertragung des Sensors. Mit den Jahren gab es zunehmend Störungen an den Sensoren und auch an der Empfangseinheit und Ersatzteile waren irgendwann nicht mehr zu bekommen. Auch der ‚Tüftler‘ konnte nur noch mit grossem Aufwand gewisse Reparaturen durchführen und so das Ende der Wetterstation hinauszögern. Im Sommer 2014  war dann aber Schluss für die WS 2000. Ich entschied mich für die Anschaffung einer neuen Wetterstation. Aufgrund von vielen positiven Feedbacks wählte ich eine Wetterstation von Davis. Schon bald erfolgte die Lieferung und es begann das Studium der Bedienungsanleitung. Eigentlich hätte ich mir für den Standort natürlich einen Platz wie die Station von Meteo Schweiz in Salen-Reutenen gewünscht. In einem Quartier kann man davon jedoch nur träumen und so war der Standort schnell gewählt. Auf der Nordseite des Hauses über Grasboden fand sich ein Platz, welcher meinen Anforderungen soweit genügt.

Davis Wetterstation ab Juli 2014

Die WMO-Vorgaben können natürlich nicht vollends eingehalten werden. Der Temperatursensor befindet sich aber wenigstens genau 2 Meter über Boden. Der Windmesser konnte über dem Dachfirst auf knapp 10 Metern installiert werden. Die Inbetriebnahme für die erste einfache Erfassung von Daten, noch ohne Verbindung zu einem Computer erfolgte am 20. Juli. Etwas später folgte die Anschaffung von TP Weather Link, welches die Datenerfassung am Computer ermöglichte. Der Anschluss und die Installation verliefen problemlos und die Aufzeichnung der Daten war von Beginn weg einwandfrei. Da ich meine Messwerte öffentlich zugänglich machen wollte, erwarb ich anfangs 2015 eine ‚WeatherBoxx‘ mit einer Meteoplug-Lizenz. Nach dem Anschluss waren/sind die Daten ab dem 22. Januar online abrufbar. Meine Vision einer eigenen kleinen Webseite konnte nur Dank des grossen Aufwandes eines kompetenten und ganz tollen Arbeitskollegen nach meinen Wünschen umgesetzt werden. Die Seite www.wetter-niederbueren.ch wurde am 22. Juni 2015 aufgeschaltet. Sie befindet sich derzeit noch im Aufbau und wird laufend aktualisiert. Die Daten der Wetterstation Niederbüren sind auch bei http://wetterring.at und bei http://www.awekas.at/de/instrument.php?id=12545 abrufbar.

 

Obwohl mich alles rund um das Wetter interessiert, fehlt mir das Wissen, irgendwelche Wetter-prognosen zu erstellen. Auch für die Meteorologen ist das Erstellen einer genauen Voraussage nicht immer einfach, was aus meiner Sicht auch der weltweiten Klimaveränderung anzurechnen ist. Spannend finde ich Diskussionen und Beiträge in den verschiedenen Wetterforen, welche ich regelmässig besuche.

 

Fragen, Anregungen oder weiteres nehme ich gerne entgegen. Benutze dafür bitte das entsprechen-de Kontaktformular oder tätige einen Eintrag ins Gästebuch. Vielen Dank.